Georg Lambardt vertritt die Kältetechnik bei der 41. Berufe-Weltmeisterschaft in London

Vom 5. bis 8. Oktober 2011 fand in London die 41. WorldSkills 2011 (Weltmeisterschaft der Berufe) statt, die von mehr als 200.000 Gästen besucht wurde. Insgesamt nahmen 950 Wettbewerbsteilnehmer aus 51 Ländern, 915 Jury-Mitglieder (Experten) und viele Tausend Offizielle an 46 Wettbewerben teil.

Georg Lambardt aus Fröndenberg in NRW (Reisner GmbH) hatte sich als Bundessieger 2010 im Kälteanlagenbauer-Handwerk für die Teilnahme qualifiziert und sich im IKKE in Duisburg auf diese Aufgabe vorbereitet.  

Kurz vorm Wettbewerb hatte sich Lambardt jedoch eine schwere Augenverletzung zugezogen, die ihn erheblich behinderte. Am 2. Wettkampftag musste er abends sogar noch einmal in einer Londoner Augenklinik behandelt werden. Lambardt zeigte jedoch Einsatz und Willensstärke und nahm an allen vier Tagen am Wettbewerb teil. Letztendlich schaffte er trotz dieser Einschränkung noch den 15. Platz in einem Teilnehmerfeld von insgesamt 25 jungen Kältetechnikern. Erschwerend kam für ihn noch hinzu, dass ihm ein koreanischer Experte als Aufsicht zugewiesen wurde, mit dem es große Verständigungsprobleme gab und dadurch Lambardt zusätzlich benachteiligt wurde.

Insgesamt kann man aber das Fazit ziehen, dass die Teilnahme an der Weltmeisterschaft für Georg Lambardt eine riesige Erfahrung war und er viele internationale Kontakte knüpfen konnte. Sieger wurde Willian Sousa aus Brasilien vor Liam Janetzki aus Australien. Bedingt durch eine sehr knappe Punktedifferenz erhielten 5 Länder gleichzeitig die Bronzemedaille (Korea, Holland, UK, Japan und Taiwan).

Fotostrecke WorldSkills 2011:

  • Georg Lambardt + Karsten Beermann nach getaner Arbeit mit Kühlschrank und Split-Klimaanlage
  • Split-Klimaanlage
  • “endlich fertig!“ 7 Teilnehmer: Marokko, Honkong, Holland, England, Australien, Deutschland und Südafrika
  • Kälteanlage des Kühlschrankes (oberhalb Kühlfach)
  • Expert Group 2 mit Jury-Präsident Franz Schropp (DE) in der Mitte
  • ESR-Group Fairness & Transparenz
  • Nicolas Reinhard und Karsten Beermann aus NRW organisieren die WorldSkills Leipzig 2013
  • Das Deutsche Team kurz vor der Eröffnungsfeier

Als “refrigeration & airconditioning technician“ mussten vier Einzelaufgaben gelöst werden. Bei der Installation einer Kälteanlage (12 Stunden) musste ein vollhermetischer Verflüssigungssatz mit einem Flachverdampfer in einem Kühlschrank in Betrieb genommen werden. Maßhaltigkeit, Dichtigkeit und Funktionalität waren die Hauptkriterien, die hier bewertet wurden. Leider schafften nur knapp 30% der Teilnehmer diese Aufgabe. Als zweite Aufgabe (4 Stunden) musste eine einfache Split-Klimaanlage installiert und in Betrieb genommen werden. Der Austausch einer defekten Leitung an der Split-Anlage (3 Stunden) und die elektrische Fehlersuche an diesem System (1 Stunde) waren die weiteren Aufgaben.

Lambardt zeigte in allen Einzelaufgaben sein Können. Seine Augenverletzung führte aber zu Konzentrationsschwächen und damit zu einigen Fehlern, so dass er schließlich in Zeitnot kam. Georg Lambardt verpasste mit 493 Punkten nur knapp die “Medaillon for Excellence“, die für überdurchschnittliche Leistungen vergeben wird. Der Sieger (Goldmedaille) erreichte übrigens 544 Punkte.

Karsten Beermann (IKKE, Duisburg) vertrat Deutschland als Experte für die Kältetechnik und war Mitglied in der Jury. In der Expertengruppe mit besonderer Verantwortung war er auch für Fairness und Transparenz mitverantwortlich.

Zusammen mit dem kanadischen und australischen Experten wird Beermann die Organisation für den Wettbewerb der WorldSkills Leipzig 2013 übernehmen. Mit dabei wird auch Nicolas Reinhard (Schiessl-Pulheim) als Workshop Supervisor sein. Gemeinsam mit den Verantwortlichen beim Bundesinnungsverband des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks (BIV) sollte sich die Kältetechnik von ihrer besten Seite zeigen und den jungen Leuten demonstrieren, dass es sich lohnt, eine Ausbildung als Mechatroniker für Kältetechnik anzustreben. Das deutsche Team nahm insgesamt an 23 Wettbewerben teil und erreichte 1 Goldmedaille, 2 Silbermedaillen und 1 Bronzemedaille. In der Nationenwertung belegt Deutschland den 13. Rang. 

Für die deutsche Nationalmannschaft war London ein guter Test für die kommenden Aufgaben bei den 42. WorldSkills in Leipzig 2013, die im Juli 2013 stattfinden. Viele Dinge, die in London schief gingen, können verbessert werden. Dinge, die gut waren, sollte man gut wiederholen. Mit dem Heimvorteil 2013 im Rücken sollte das deutsche Team in der Lage sein, viele vordere Plätze zu belegen und in der Nationenwertung besser abzuschneiden.

Für Deutschland sollte es auch ein hohes Ziel sein, möglichst an vielen Wettbewerben teilzunehmen. In London waren es lediglich 50%. Hier liegt für die Verantwortlichen bei World Skills Germany noch viel Arbeit vor der Tür. Das Deutsche Kälteanlagenbauerhandwerk kann auf folgende erfolgreiche Bilanz bei den internationalen Berufswettbewerben zurückblicken:

2001
WorldSkills in Seoul / Südkorea
Goldmedaille für Nicolas Reinhard (Forschungszentrum Jülich GmbH)

2003
WorldSkills in St. Gallen / Schweiz
6. Platz für Bernhard Bauer (Denzer Kälteanlagenbau GdvR)

2005
WorldSkills in Helsinki / Finnland
4. Platz für Florian Zebisch (Weiss Umwelttechnik GmbH)

2007
WorldSkills in Japan
keine deutsche Beteiligung

2008
EuroSkills in Rotterdam / Holland
Silbermedaille im Teamwettkampf für Toni Weber (ERU Kältetechnik GmbH)

2010
EuroSkills in Lissabon / Portugal
Bronzemedaille in der Einzelwertung und Silbermedaille im Teamwettkampf für Christian Richter (Dresdner Kühlanlagenbau GmbH)

2011
WorldSkills in London / England
15. Platz für Georg Lambardt (Reisner GmbH)
(insgesamt 25 Teilnehmer aus der ganzen Welt)